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Jede dritte Insolvenz betrifft einen Jungunternehmer lt. KSV Wien

Von den 5.459 Pleiten im Vorjahr gehen 32,4 Prozent auf das Konto von Jungunternehmern, die die ersten Bestandsjahre nicht überlebt haben. Das ist zwar ein Minus von 1,8 Prozent im Vergleich zu 2012, doch ist die Zahl der gesamten Unternehmensinsolvenzen im gleichen Zeitraum sogar um 10 % gesunken.

Demnach ist die Insolvenzgefahr in den ersten drei Jahren – vor allem im dritten Jahr – ungebrochen am größten, dann sinkt das Pleiterisiko, so die Kreditschützer. So sind 9,9 Prozent der Unternehmen, die 2012 gegründet worden waren im vergangenen Jahr pleitegegangen.

Im ersten, zweiten und dritten Jahr nach der Gründung ist die Insolvenzgefahr für Neo-Unternehmer ungebrochen am größten. In den darauf folgenden  Jahren verringert sich das Risiko aber rapide. „Sind die harten Jahre am Start überstanden, dann haben die Gründer gute Chancen, sich mit ihrem Unternehmen längerfristig am Markt halten zu können. Einer soliden Vorbereitung auf die Unternehmertätigkeit kommt vor diesem Hintergrund höchste Bedeutung zu und sie verbessert die Überlebenschancen signifikant“, so Johannes Nejedlik, Vorstand der KSV1870 Holding AG. Die Zahl der Gründungen ist 2013 – nach rückläufigen bzw. stagnierenden Werten 2011 und 2012 – um 3,7 Prozent auf 36.946 gestiegen. Das Plus ist zurückzuführen auf ein Wachstum bei den Neuprotokollierungen (378), wobei der Löwenanteil von 930 neuen Unternehmen auf die Einzelunternehmer entfällt. „Für viele Jungunternehmer macht die Gründung eines protokollierten Unternehmens keinen Sinn, da sich diese Rechtsformen in der Regel erst nach Erreichen einer gewissen Umsatzgrenze rentieren.“

Was es so schwer macht
Johannes Nejedlik über die Gründe des Scheiterns bei Jungunternehmern: „Immer wieder fehlt es an soliden Businessplänen und die Anfangskosten werden unterschätzt. Durststrecken sind dann nicht in ausreichendem Maße eingeplant und können nicht oder nur mit viel Bauchweh überbrückt werden. Auch kaufmännisches Wissen ist immer wieder Mangelware, was sich negativ auf die Kalkulation auswirkt. Für die erste Steuervorschreibung fehlt es schnell an den nötigen Rückstellungen und die Beiträge für die Sozialversicherung sind auch kein Pappenstiel.“

Quelle: ksv.at